Parachute(s)
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Parachute 016

Tempelhof Tanz

Nina Hölzl

ninahoelzl.com

Wind. Immerzu Wind. Mal bläst er den Kindern wild durchs Haar, mal streichelt er zart die Wangen der Verliebten. Weite. Das Auge blickt in die Ferne. Fern für eine Großstadt immerhin. Aufatmen. Ganz kurz. Inmitten bedrückender Empfindungen, bleierner Schwere, zäh verstreichender Zeit. Sorge, Unmut, Trauer, Wut, das Herz eng, der Atem flach, der Geist eingesperrt in wirbelnden Gedankenkreisen. Pause. Luft-holen. Wer erinnert mich an die Sinn-lichkeit des Moments? Ein Odem peitscht mir ins Gesicht, rüttelt mit Wucht an meinem unberührten Körper. Spüren. Mich spüren. Der Wind spielt seine Töne in meinen Ohren, singt sein Lied auf meiner Haut - wie kann man dieses Fühlen nicht tanzend zelebrieren? Das Ringen hört auf, wenn das Spiel beginnt. Im Spiel ist kein Verstand, nur Gegenwärtigkeit, Neugierde, Teilnahme - Teil-habe. Und der Wind? Der Wind ist die Erinnerung. Das Spiel? Das Spiel ist mir die Luft zum Atmen.