Parachute(s)
QUO
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Parachute 039

Verwundene Fäden

Μπερδεμένες Κλωστές

Noch heute säumen Maulbeerhecken die Gänge des Leipziger Kleingartenvereines. Sie wurden Ende der 1930er Jahre für die NS-Seidenraupenzucht gepflanzt. Auch wurde 1939 ein Lehrfilm über den Seidenbau in Leipzig produziert. Den Spuren im sächsischen Kleingarten und der Bestimmung der Seidenraupen folgend führt der Film auf die touristische Insel Kreta. Wo selten Flugzeuge geflogen waren, sprangen im Mai 1941 ein einer Woche 10.000 Fallschirmjäger auf die karge Insel ab. Kretische Zeitzeuginnen erinnern sich an die Luftlandeschlacht und den Terror der deutschen Besatzung. Die seidenen Fallschirmstoffe haben sie zerteilt, zugeschnitten und zu Taschentüchern und Kleidern weiterverarbeitet. Die Handarbeitsprozesse sind zeitliche Einheiten, die sich in die Körper eingeschrieben und auch die Erinnerung strukturiert haben.

Der künstlerische Dokumentarfilm Verwundene Fäden/Μπερδεμένες κλωστές folgt dem Weg der Seide für Fallschirme – von der NS-Seidenraupenzucht als Propaganda-Programm über die Luftlandeschlacht auf Kreta 1941 bis hin zur dortigen Wiederverwendung der Fallschirme als Taschentücher.

Streaming und Gespräch mit Deborah Jeromin:
Der Film kann nach Anmeldung am Sonntag den 04.07. (16:00 - 21:00) in kompletter Länge (40 Min) gesehen werden. Um 21:00 folgt ein online Live-Gespräch mit der Filmemacherin Deborah Jeromin und dem Künstlerinnenkollektiv QUO. Anmeldungen bitte an parachutes@berlin-kollektiv.de