Parachute(s)
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Parachute 050

Echo (Exzerpt)

Katharina Wittmann

Kontaktadresse: echo.film@posteo.de

Bei einer Entfernung von einem Meter braucht die Fledermausart der Großen Hufeisennase sechs Tausendstel Sekunden, bis ihr Ruf — durch die Nase ausgesendet — vom Gegenstand als Echo an ihre Ohren zurückkommt. Das Prinzip des Bildhörens ermöglicht ihr den Schall in ihrem Gehirn zu Information über ihre Umgebung zu verarbeiten. Es entsteht ein eigenes Bild, eine eigene Kartografie des Ortes.

"Echo" handelt von der Geschichte des verlassenen Hauses meiner Familie in Hohenburg (Oberpfalz/Bayern). Ungestört hat sich dort die einzige Kolonie der Großen Hufeisennase in Deutschland angesiedelt. Ich beleuchte den Umstand, dass die seltene Fledermausart genau an diesem Ort überleben konnte, da angrenzend an das Familiengehöft ein Truppenübungsplatz aufgebaut wurde. Truppenübungsplätze entpuppen sich als erstaunliche Biotope für viele, vor allem auch seltene oder alte Pflanzen- und Tierarten. So besitzt auch der Truppenübungsplatz Hohenfels eine Umweltabteilung, die die Kriegsübungen - den Häuserkampf, der dort heute von der US-Armee ausgeübt wird - in Einklang mit der Natur bringen möchte. Meine Familie wiederum musste 1939 kriegsbedingt den Ort und das Haus verlassen. Sie verloren ihr Land aufgrund der Übernahme der Flächen durch die Deutsche Wehrmacht, mein Großvater musste kurze Zeit später als Jugendlicher an die Front nach Russland.